Was ist die Jungfrauenweihe?

Ursprung und Bedeutung

Die Jungfrauenweihe ist eine liturgische und öffentliche Weihehandlung der Kirche.

Sie ist keine sakramentale Weihe, sondern eine kirchliche Weihe eigener Art. In ihr wird eine Frau, die in freier Entscheidung in der Jungfräulichkeit um Christi willen leben möchte, durch das feierliche Weihegebet des Diözesanbischofs Christus in bräutlicher Weise zugeordnet.

 

Diese Weihe gehört zu den ältesten Formen des geweihten Lebens (vgl. can. 604 CIC) und ist eine Gabe des Heiligen Geistes an die Kirche. Sie begründet eine dauerhafte und unauflösliche bräutliche Bindung an Christus, die nicht aus menschlichem Entschluss allein entsteht, sondern aus einem Ruf Gottes, den die Kirche prüft und bestätigt.

 

Die geweihte Jungfrau lebt mitten in der Welt, ohne klösterliche Gemeinschaft und ohne Gelübde, jedoch in einer neuen, von Christus gestifteten Beziehung. Durch ihre Weihe wird sie ein sichtbares Zeichen:

 

  • der Liebe Christi zur Kirche

  • der Hoffnung auf das kommende Reich Gottes

  • eines Lebens, das ganz auf Christus ausgerichtet ist

Wesentliche Merkmale der Jungfrauenweihe

  • eine kirchliche Weihe eigener Art, nicht bloss ein Versprechen

  • eine bräutliche Bindung an Christus, die öffentlich bezeugt wird

  • eine Sendung in die Ortskirche, getragen vom Bischof

  • ein lebenslanger, unauflöslicher Stand in der Kirche

  • eine Lebensform mitten in der Welt, nicht im Kloster

Der geistliche Kern

Die Jungfrauenweihe ist Ausdruck einer Liebe, die Christus als den ersten und einzigen Bräutigam anerkennt, und eines Lebens, das aus dieser Beziehung heraus gestaltet wird.

Zeremonie der Jungfrauenweihe – ein sichtbares Zeichen der geistlichen Vermählung

Geistliche Dimensionen

Eschatologische Dimension

Ihr Leben verweist auf die Hochzeit des Lammes und das kommende Reich Gottes. Als Braut Christi lebt sie in Treue und geistlicher Fruchtbarkeit und wird zum lebendigen Zeichen der Hoffnung auf die endgültige Vereinigung der Kirche mit Christus.

Geistliches Profil

Die Jungfrauenweihe ist keine Ordensprofess, sondern eine liturgische Handlung. Die geweihte Frau lebt in der Welt, verwurzelt in ihrer Diözese, und ist Zeichen der Liebe Christi zur Kirche. Ihre Berufung ist Ausdruck einer tiefen geistlichen Verbindung mit Christus als Bräutigam.

Kirchliche Eingliederung

Die Weihe wird vom Diözesanbischof gespendet und ist Ausdruck der kirchlichen Gemeinschaft. Die geweihte Jungfrau gehört dem Ordo virginum an und lebt in geistlicher Verbundenheit mit dem Hirtenamt und dem Volk Gottes.

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