Ordo Virginum

Hoffnung leben

Inmitten einer Welt, die nach Sinn und Heilung dürstet, erhebt sich die Stimme der geweihten Jungfrau nicht laut, sondern leise – wie ein Gebet, das durch die Risse der Zeit hindurch Hoffnung sät. Hoffnung ist kein flüchtiges Gefühl, sondern eine Haltung, ein inneres Ja zu Gott, das auch dann Bestand hat, wenn alles andere ins Wanken gerät.

„Ich möchte Hoffnung leben“ – das ist kein Slogan, sondern ein geistlicher Auftrag. Die geweihte Jungfrau lebt nicht für sich allein, sondern für Christus und für jene, die ihn suchen, oft ohne es zu wissen. Ihre Berufung ist ein Zeichen: dass Liebe möglich ist, dass Treue trägt, dass Christus lebt.

Beim internationalen Treffen des Ordo virginum in Rom wurde dieses Mandat neu ins Herz geschrieben: Hoffnung leben heisst, sich von Maria von Nazareth führen zu lassen – in Stille, im Dienst, in der Hingabe. Es heisst, sich selbst zu verlieren, um Christus zu gewinnen. Es heisst, in einer verletzten Welt nicht zu fliehen, sondern zu bleiben – als Licht, als Salz, als Herz.

Die Kirche braucht diese Hoffnung. Die Welt braucht sie. Und jede geweihte Jungfrau ist berufen, sie zu verkörpern – nicht durch grosse Worte, sondern durch das stille Zeugnis eines Lebens, das ganz Gott gehört.

Möge dieser Impuls uns alle daran erinnern: Hoffnung ist nicht das, was wir erwarten – sie ist das, was wir schenken.

Nach oben scrollen