Fasnacht, Asche und die Wahrheit vor Gott

🎭 Zwischen Farben und Stille

Die Fasnacht erfüllt den Februar mit Farben, Lachen und Bewegung. Menschen schlüpfen in Rollen, tragen Masken, feiern das Leben. Für kurze Zeit steht alles Kopf.

 

Doch dann kehrt die Stille zurück. 

Die Masken fallen.

Der Aschermittwoch rückt näher.

🌫️ Aschermittwoch: Die Wahrheit, die aufrichtet

„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst“ (Gen 3,19).

 

Diese Worte sind keine Drohung, sondern Wahrheit. Sie erinnern uns daran, dass unser Leben ein Geschenk ist, dass wir uns nicht selbst genügen und dass wir Gott brauchen.

 

Die Kirche ruft uns zur Umkehr (vgl. KKK 1428) – nicht aus Strenge, sondern aus Liebe.

 

Die Masken der Fasnacht sind spielerisch. Doch im Alltag tragen wir oft andere Masken: Erwartungen, Unsicherheiten, Gewohnheiten. Gott lädt uns ein, vor ihm zu stehen, ohne Rollen und ohne Verstellung – in seiner Gegenwart gehalten und gerufen.

🌱 Fastenzeit: Eine offene Einladung

Die Fastenzeit ist kein Weg für wenige. Sie ist eine offene Tür für jeden Menschen, der Orientierung, Tiefe oder einen neuen Anfang sucht.

 

„Kommt alle zu mir“ (Mt 11,28).

 

Durch Gebet, Fasten und Werke der Liebe (vgl. Mt 6,1–18) lädt die Kirche ein, den Blick zu klären und das Herz neu auszurichten. Gott findet Wege zum Menschen – leise, überraschend, liebevoll.

🔥 Der Blick auf die Ewigkeit

Die Fastenzeit richtet unseren Blick über das Sichtbare hinaus. Sie erinnert uns daran, dass unser Leben auf eine Begegnung zuläuft – auf Gott selbst.

„Wir müssen alle vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden“ (2 Kor 5,10).

 

Vor Gott offenbar zu werden bedeutet: erkannt zu werden, in seiner Wahrheit zu stehen und sich von seiner Liebe vewandeln zu lassen.

 

Die Ewigkeit ist die Vollendung dessen, was Gott schon jetzt in uns begonnen hat (vgl. KKK 1038–1041).

✨ Unsre Berufung im Ordo virginum

Für uns gottgeweihte Frauen hat dieser Übergang eine besondere Tiefe. Unsere Identität liegt nicht in Rollen oder äusseren Bildern, sondern in Christus.

 

Wir sind ein Zeichen der kommenden Welt (vgl. KKK 923–924) – ein Hinweis darauf, dass Gott das Herz des Menschen sieht und dass seine Liebe genügt.

 

Im Ritus der Jungfrauenweihe wird uns zugesprochen:

„Christus ist dein Bräutigam.“

 

 Mitten in einer Welt voller Stimmen und Masken sind wir gerufen, ein Leben zu führen, das auf Wahrheit gegründet ist. Verwurzelt in unserer Ortskirche, verbunden mit dem Bischof, dürfen wir Christus sichtbar machen – durch Hingabe, Treue und geistliche Mutterschaft. Oft leise, unscheinbar, aber wirksam.

🌟 Schluss

Der Februar führt uns durch laute Tage und stille Tage, durch Farben und Asche, durch Masken und Wahrheit. Gott geht mit uns durch beides hindurch.


Möge diese Fastenzeit ein Weg sein, auf dem wir Christus neu entdecken – und auf dem wir lernen, mit offenem Herzen vor ihm zu stehen.

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